empathie - die kunst des zuhörens



ein paar fragen zum einstieg

was hat man dich als kind gelehrt zu sein? ein sprecher? ein zuhörer?

was ist heute wertvoller für dich? hinhören oder deine meinung sagen?

achtest du auch auf die körpersprache deines gegenübers?


bist du dir sicher, immer zu wissen, was jemand von dir erwartet, wenn er/sie ein persönliches probleme mit dir teilt? oder ist es deine gewohnheit, automatisch dem andern die verantwortung abzunehmen und zuhören wird zu einem job?


"zuhören bedeutet probleme lösen!" - wirklich?


vielleicht hast du dich schon mal sagen hören: "zuhören bedeutet probleme lösen!" oder ist dir schon mal aufgefallen, wie schnell du mit ratschlägen zur hand bin oder zuinnerst gedacht hast: "ich fühle mich verantwortlich für das, was passieren könnte, wenn ich jetzt nicht handle." oder "es ist sehr schwer für mich, jemanden leiden (verloren, entmutigt, ängstlich, verletzt ...) zu sehen" und es fällt dir echt schwer, dann nicht aufzuspringen und zu sagen "alles wird gut".


"Ich war so erleichtert, keinen ratschlag zu bekommen"


wenn jemand eine schwierige situation mit dir teilt, ist der erste wunsch der, gehört zu werden, mit allem, was gerade innendrin und aussen passiert - OHNE lösungen angeboten

zu bekommen oder versuche, die eigene wahrnehmung zu hinterfragen oder zu verändern. einfach nur gehört.


sich auf diese weise verbunden fühlen dürfen, macht den unterschied und wenn die magie der verbundenheit zum tragen kommt, wird dein gegenüber vielleicht etwas sagen wie: "es fühlt sich toll an. gehört zu werden" "ich bin so erleichtert, keinen ratschlag bekommen zu haben" "dass du mir erlaubt hast, mir alles von der seele zu reden, ohne unterbrochen zu werden, das hat mir geholfen, die dinge mit anderen augen zu sehen" "jetzt wo ich gehört wurde, kann ich mich auch selber hören - und loslassen."


"möchtest du, dass ich dir einfach zuhöre,

oder interessiert dich meine meinung dazu?"


nicht immer sind wir in der lage oder bereit, einem andern zuzuhören - und das ist absolut ok. vielleicht spürst du, wie sich unruhe in dir breit macht, oder widerwillen? vielleicht raucht dir schon der kopf vom analysieren und lösungen suchen? und, obwohl du fest entschlossen warst, es nicht zu tun, stehst du schon kurz davor, ratschläge zu erteilen - und als du den andern tröstend in den arm nehmen willst, stösst dieser dich zurück.

schliesslich fühlst du dich nur noch mies und müde und von den eigenen gefühlen abgeschnitten - während der andere immer noch ohne pause weiterredet. in all diesen fällen geht es darum, dich allem voran um dein eigenes wohlbefinden zu kümmern und um eine gesunde abgrenzung.


du bist nicht dafür verantwortlich,

bedürfnisse und erwartung anderer zu erfüllen.


um wieder mit dir in kontakt, in die klarheit und eine wohltuende präsenz zu kommen, könntest du etwas sagen wie: "ich möchte hören, was in dir vorgeht, aber ich merke, wie ich beginne, mich angespannt zu fühlen. kannst du mir sagen, was genau du dir von mir erhoffst?" "würde es helfen, wenn ich zusammenfasse, was ich bis hierhin verstanden habe?" "merke grade, wie mein kopf nur mit problemlösen beschäftigt ist. möchtest du hören, welche gedanken sich bei mir gemeldet haben beim zuhören, oder möchtest du jetzt einfach bloss angehört werden?"


hör einfach zu - und geniess es


mach es dir zur gewohnheit, wenn du einem andern zuhörst, zu FRAGEN, was sich dein Gegenüber von dir erhofft. erinnere dich daran: du bist nicht dafür verantwortlich, bedürfnisse und erwartungen anderer zu erfüllen ... und selten gefragt, deine meinung oder deinen rat abzugeben.


zuhören bedeutet, eigene ansichten und präferenzen hinten anstellen und für den andern eine stillen raum freihalten.

das entschleunigt solche unterhaltungen immens.

wenn ich beim zuhören ganz beim andern bin ... statt im kopf schon beim meine replik vorbereiten ... ergeben sich zwischen einer mitteilung und der nächsten natürlicherweise pausen, in denen die aufmerksamkeit von der erfahrung des andern zu meiner eigenen hin und her wandern kann.



#GfK #kommunikation #empathie #selbsliebe #eigenverantwortung


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